Presseinfo zum Beginn der Storchensaison 2026

Noch ein Rekordjahr für unsere Störche!

Nachdem wir in den letzten Jahren schon Jahrhundertrekorde verzeichnen konnten, gibt es in diesem Jahr mit 64 Paaren nochmal 5 Storchenpaare mehr in Stormarn. Obwohl im Winterquartier der Westzieher (Frankreich/Spanien) die Vogelgrippe zu vielen Verlusten geführt hat, konnten die Jungstörche der geburtenstarken Jahrgänge der letzten drei Jahre die Verluste mehr als ausgleichen. Während z.B. in Bargfeld-Stegen an zwei Standorten die alten Westzieher fehlen haben sich dort an zwei anderen Standorten neue Horstpaare der Jungstörche eingefunden. Auch in Lasbek haben Jungstörche das alte Nest der Westzieher bezogen. 

 

Die ersten Störche haben sich in diesem Jahr Anfang Februar in Stormarn eingefunden. Während bei den ersten Storchenpaaren die Jungen schon zwei bis drei Wochen alt sind, haben sich die letzten Störche erst vor ein paar Tagen auf ihren Nestern niedergelassen. Bis Mitte Mai könnte noch das eine oder andere Storchenpaar dazu kommen. Mit 8 Storchenpaaren pro 100 km2 hat Stormarn voraussichtlich wieder die höchste Storchendichte in ganz Schleswig- Holstein. 

 

Durch die vielen Störche kommt es an den besonders beliebten Standorten zum Teil zu heftigen Kämpfen um die Nester. In Stemwarde ging dabei auch in diesem Jahr erneut das gesamte Gelege zu Bruch. Es wird dort aber wie im Vorjahr auf eine zweite Brut gehofft. Zeit genug wäre jedenfalls noch, bis Mitte Mai sollten auch die letzten Storchenpaare mit der Brut begonnen haben, damit die Jungen für den Weg in Winterquartier rechtzeitig kräftig genug werden. 

 

Storchenpaare gibt es bisher in folgenden Orten: 

 

Ahrensfeldte, Bargfeld-Stegen (10 Paare), Bargteheide Baumschule Andresen, Bünningstedt, Braak Hof Adolf, Delingsdorf, Eichede, Elmenhorst Regenrückhaltebecken,  Fischbek-Mönkenbrook, Granderheide, Grönwohld, Groß Barnitz, Großensee Golfclub, Hammoor,,Heilshoop, Hoisdorf, Jersbek Lange Reihe, Jersbek Hartwigsahler Weg, Klein Hansdorf, Klein Schenkenberg, Klein Wesenberg,Köthel, Kronshorst (2 Paare) , Langelohe, Lasbek-Dorf, Lütjensee, Meddewade, Meilsdorf,Mollhagen,Neritz, Papendorf, Rausdorf, Rehhorst, Rethwisch-Feld, Rümpel,Seefeld, Sprenge,Stellau,Stemwarde,Sühlen, Tangstedt Wilstedt, Tangstedt Fahrenhorst, Tangstedt Gut Tangstedt, Tangstedt Wassermühlenweg, Tangstedt Gut Wulksfelde,Todendorf, Tremsbüttel,Vinzier, Westerau, Wiemerskamp, Witzhave, Wolkenwehe, Zarpen

 

Insgesamt gibt es 7 Neuansiedlungen. Neben den beiden in Bargfeld-Stegen haben sich 3 neue Paare in den Tangstedter Ortsteilen angesiedelt und auch in Witzhave und Rehhorst gibt es neue Storchenpaare. 

 

 Leider wurde diese sensationelle Entwicklung bei den Stormarner Störchen von einem negativen Ereignis überschattet. In Braak hatte sich ein zweites neues Storchenpaar auf einer Nistunterlage mitten im Dorf angesiedelt, die der Eigentümer erst letztes Jahr aufgestellt hatte. Die allermeisten Anwohner freuten sich darüber. Allerdings wohl nicht alle. Dort kam es vor knapp zwei Wochen zu einem Vorfall, bei dem einer der Störche vermutlich erschossen wurde. Er wurde von der Feuerwehr tot aus dem Nest geborgen und hatte frische Verletzungen, die von einem Geschoss stammen könnten. Es gab einen Zeugen, der den Vorfall beobachtet hat. Ein Strafverfahren nach Natur- und Tierschutzgesetz wurde eingeleitet, Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln. Sollte ein Tatverdächtiger ermittelt werden, muss er mit einer empfindlichen Strafe rechnen. Vielleicht sollte derjenige sich lieber der Polizei stellen, um ggf. eine Strafmilderung zu erreichen. Menschlich geradezu unfassbar was dort passiert ist, zumal die Störche für fast alle Menschen als Sympathieträger gelten. 

 

Sofern die Wetterlage und das Nahrungsangebot in den nächsten Wochen für die Störche stimmen, könnten auch die Nachwuchszahlen erneut rekordverdächtig werden.

 

© NABU Bad Oldesloe
© NABU Bad Oldesloe