2016 "Störjahr" bei den Stormarner Störchen - viele Storchenjunge sind bei den Starkregenereignissen umgekommen

 

Das Storchenjahr begann schon mit Problemen bei den rückkehrenden Störchen aus den Winterquartieren mit vielen „Nachzüglern“, die zwar noch gemeinsam ein Nest bezogen haben, aber dann nicht mehr zur Brut geschritten sind. Dabei wurden auch einige neue Standorte bezogen, so in Klein Hansdorf, Bad Oldesloe Kneeden, Fischbek Mönkenbrock und Trittau. Alte, dauerhaft besetzte Nester wie in Rümpel, Hammoor und Neritz wurden in diesem Jahr entweder nicht oder nur kurzzeitig von einzelnen Störchen besetzt. Der Grund für die verspätete Rückkehr ist nicht bekannt, vermutlich gab es unterwegs Wetterereignisse, die die Störche zum Pausieren gezwungen haben. Dennoch sind mit 29 Storchenpaaren (Vorjahr 28) überdurchschnittlich viele Nester besetzt gewesen. Immerhin das zweitbeste Rückkehrerergebnis seit 45 Jahren! 

Beim Nachwuchs dagegen hat sich frühzeitig ein Drama besonderen Ausmaßes abgezeichnet. Nur 20 der 29 Horstpaare haben überhaupt Junge erfolgreich aufziehen können. Während insbesondere bei den Starkregenereignissen im Juni in einigen Nestern (Bargfeld-Stegen, Lasbek und Grönwohld) kurzfristig die gesamte Brut eingegangen ist, ist in 9 Nestern jeweils nur ein Junges übrig geblieben. Die jungen Störche ertrinken dabei nicht wie vielfach behauptet, sondern sie durchfeuchten komplett, kühlen dadurch stark aus und sterben dann. Insbesondere etwa zwischen der 4 und 6 Lebenswoche gibt es eine kritische Phase. Die Jungen haben dann noch kein dichtes Gefieder sondern teils noch ihr Daunenkleid, die Federn entwickeln sich erst. Sie sind aber schon so groß, dass die Altstörche sie nicht mehr komplett „hudern“, d.h. mit den Flügeln abdecken können. Glück im Unglück hatten die übrig gebliebenen Jungstörche dennoch, denn wenn zu dem vielen Regen auch noch sehr niedrige Temperaturen dazu gekommen wären, dann hätte es noch deutlich mehr Verluste gegeben. Somit kommen wir in diesem Jahr immerhin noch auf 39 Jungstörche (Vorjahr 53). Der für den Bestandserhalt notwendige Durchschnitt von 1,7 Jungen pro Horstpaar wurde mit 1,3 allerdings deutlich unterschritten. Am Mangel an Nahrung hat es in diesem Jahr definitiv nicht gelegen. Das durchwachsene Wetter bescherte den Störchen einen reich „gedeckten Tisch“. 

Und so sehen die einzelnen Nachwuchszahlen aus:

Bad Oldesloe Kneeden 0, Bargfeld-Stegen Tonnenteich 1, Bargfeld-Stegen Mittelweg 2, 0 und 0, Bargfeld-Stegen Wilhelmshöhe 1. Bargfeld-Stegen Elmenhorster Str. 1, Fischbek 3, Grönwohld 0, Groß Barnitz 1, Heilshoop 1, Klein Hansdorf 0, Klein Wesenberg 2, Langelohe 1, Lasbek-Dorf 0,  Mollhagen 3, Papendorf 3, Rethwischfeld 1, Rohlfshagen 0, Seefeld 1, Sprenge 3, Stemwarde 3, Sühlen 2, Tangstedt 3,  Todendorf 3, Tremsbüttel 2, Trittau 0, Westerau 2, Wiemerskamp 0 

Die im Oktober durch die NABU-Storchengebietsbetreuer jährliche durchgeführte Kontroll- und Instandhaltungstour der Storchennester hat sich in den letzten drei Jahren bewährt und wird weiterhin so erfolgen. Bei der mit finanzieller Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn durchgeführten Tour werden wieder etwa 10 – 15 Storchennester kontrolliert und gereinigt bzw. saniert. Dabei wird im Abstand von 2 -3 Jahren das stark verdichtete Nistmaterial von den Horsten abgetragen und mit Holzhackschnitzeln befüllt, wodurch die Nässe in den Nestern besser abgeleitet wird. Außerdem wird die Unterkonstruktion auf Tragfähigkeit überprüft und es werden eingeschleppte Fremdkörper wie Plastikfolie und Schnüre entfernt, die eine Gefahr für die Störche darstellen könnten.

Kerstin Kommer / Andreas Hack

Beginn der Storchensaison 2016

Während die ersten Störche in diesem Jahr schon am 8. Februar zurück waren und inzwischen Nachwuchs haben dürften, trafen noch vor wenigen Tagen die letzten Störche in Stormarn ein. So ist das Nest in Wiemerskamp und das in Hammoor erst seit ein paar Tagen durch ein Storchenpaar besetzt. Auch in diesem Jahr waren einige „Ostzieher“ spät dran. Die Ursache hierfür ist bisher nicht bekannt. 

Immerhin haben wir dennoch bisher 27 Paare (Vorjahr 28) in Stormarn und damit wiederum eines der besten Ergebnisse seit Beginn der Bestandserfassungen 1971. Eine Neuansiedlung ist in diesem Jahr in Fischbeker Ortsteil Mönkenbrook zu verzeichnen. Dort hat sich ein Paar in Sichtweite des dortigen Hofcafe`s auf einem Mast mit Nistunterlage niedergelassen. Auch in Wiemerskamp hat sich nach zwei Jahren ohne Störche wieder ein Paar eingefunden. 

In Stemwarde hatte erneut ein Nilganspaar das Storchennest „besetzt“ und eine Brut begonnen, was zu Konflikten mit den rückkehrenden Störchen führte. Dort haben die Anwohner für die Nilgänse einen etwas kleineren Ersatzmast mit Nistunterlage aufgestellt und die Nilgänse kurzerhand „umziehen“ lassen. Mit Erfolg, Nilgänse und Störche brüteten dort in friedlicher Nachbarschaft, was leider eher selten der Fall ist, weil die Nilgänse ihr Revier in der Regel aggressiv verteidigen.

Bis auf die Nester in Neritz, Klein Schenkenberg und Tangstedt sind alle Nester wieder von einem Storchenpaar besetzt worden. In Bargfeld-Stegen sind erneut alle sechs Nester besetzt.

Nun bleibt zu hoffen, dass auch die Brutsaison erfolgreich und ohne große Verluste bei den Jungen verlaufen wird, auch wenn es für die „Spätrückkehrer“ schon knapp wird mit dem Nachwuchs.

  

Kerstin Kommer / Andreas Hack

Stormarner Störche im Aufwind – erneut ein spitzenmäßiges Storchenjahr

Zum Ende der Brutsaison 2015 blicken wir erneut auf eines der erfolgreichsten Storchenjahre der letzten 44 Jahre zurück. Zu Beginn der Saison waren 28 Nester mit Paaren besetzt, das sind zwar zwei weniger als im letzten Jahr, aber dennoch das zweitbeste Ergebnis seit Beginn der Aufzeichnungen 1971. Von den besetzten Nestern des letzten Jahres waren nur in Delingsdorf, Jersbek und Rohlfshagen in diesem Jahr keine Störche. Nach zwei Jahren ohne Störche wurde das Nest in Brunsbek Langelohe in diesem Jahr wieder besetzt, allerdings war es Mitte Mai schon etwas zu spät für Nachwuchs. Stormarns Storchendorf Bargfeld-Stegen hatte wieder 6 Storchenpaare, von denen 5 erfolgreich Junge aufgezogen haben. Besonders erfreulich ist, dass es in Grönwohld nach 8 erfolglosen Jahren mit 2 Jungstörchen wieder Nachwuchs gab. Ebenso in Stemwarde, der Standort wurde letztes Jahr noch ohne Nachwuchs erstmalig besetzt, in diesem Jahr sind dort auch 2 Junge groß geworden

Auch wenn es in diesem Jahr an einigen nachwuchssicheren Standorten wie Mollhagen, Neritz und Rümpel keine Jungstörche gab, wurde mit 53 Storchenjungen ebenfalls das zweitbeste Ergebnis seit 1971 erreicht. Lediglich 1999 gab es mit 56 Jungen mehr Nachwuchs. Insgesamt betrachtet liegt der diesjährige Durchschnitt von 1,9 Jungen pro Horstpaar über dem langjährigen Durchschnitt und trägt damit dazu bei, den Storchenbestand in Stormarn weiter zu festigen oder sogar aufzubauen.

Das durchwachsene Wetter hat erneut dazu beigetragen, dass die Störche genug Nahrung für ihre Jungen gefunden haben.

Und so sehen die einzelnen Nachwuchszahlen aus:

Bargfeld-Stegen Tonnenteich 4, Bargfeld-Stegen Mittelweg 4, 3 und 3, Bargfeld-Stegen Wilhelmshöhe 0. Bargfeld-Stegen Elmenhorster Str. 1,  Grönwohld 2, Groß Barnitz 0, Hammoor 1, Heilshoop 3, Klein Wesenberg 4, Klein Schenkenberg 2, Langelohe 0, Lasbek-Dorf 3, Meddewarde 1, Mollhagen 0, Neritz 0, Papendorf 4, Rethwischfeld 2, Rümpel-Dorf 0, Seefeld 3, Sprenge 2, Stemwarde 2, Sühlen 3, Tangstedt 0,  Todendorf 3, Tremsbüttel 2, Westerau 1

 

Die jährliche Kontroll- und Instandhaltungstour der Storchennester durch die NABU-Storchengebietsbetreuer in den letzten beiden Jahren im Oktober hat sich bewährt und wird in diesem Jahr genau so erfolgen. Bei der mit finanzieller Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn durchgeführten Tour werden wieder etwa 10 – 12 Storchennester kontrolliert und gereinigt. Dabei wird im Abstand von 2 -3 Jahren das stark verdichtete Nistmaterial von den Horsten abgetragen und mit Holzhackschnitzeln befüllt, wodurch die Nässe in den Nestern besser abgeleitet wird. Außerdem wird die Unterkonstruktion auf Tragfähigkeit überprüft und es werden eingeschleppte Fremdkörper wie Plastikfolie und Schnüre entfernt, die eine Gefahr für die Störche darstellen könnten.

Kerstin Kommer / Andreas Hack

NABU Bad Oldesloe